{"id":2519,"date":"2021-04-21T14:19:26","date_gmt":"2021-04-21T12:19:26","guid":{"rendered":"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/?p=2519"},"modified":"2021-04-22T13:37:26","modified_gmt":"2021-04-22T11:37:26","slug":"wie-werde-ich-politisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/read\/views\/wie-werde-ich-politisch\/","title":{"rendered":"Wie werde ich politisch?"},"content":{"rendered":"<div class=\"lazyblock-views-ZWgbJC wp-block-lazyblock-views\"><link rel=\"stylesheet\" type=\"text\/css\" href=\"\/wp-content\/themes\/guestbook-magazine\/css\/fullpage.css\" \/>\n<style>\n    .section {\n        text-align: center;\n    }\n\n    .title-illu {\n    \ttext-align: center;\n    }\n\n    a {\n      color: #F3A6A0;\n    }\n\n    .fp-slidesNav.bottom {\n      bottom: 120px;\n    }\n\n    p.bigger {\n      font-size: 1.2rem;\n      line-height: 1.4rem;\n    }\n\n    .illustration {\n      width: 60%;\n    }\n\n    #fp-nav ul li a span,\n    .fp-slidesNav ul li a span {\n        background: black;\n        width: 8px;\n        height: 8px;\n        margin: -4px 0 0 -4px;\n    }\n\n    #fp-nav ul li a.active span,\n    .fp-slidesNav ul li a.active span,\n    #fp-nav ul li:hover a.active span,\n    .fp-slidesNav ul li:hover a.active span {\n        width: 16px;\n        height: 16px;\n        margin: -8px 0 0 -8px;\n        background: transparent;\n        box-sizing: border-box;\n        border: 1px solid #000;\n    }\n\n    .prolog {\n        padding-top: 80px;\n    }\n    \n    .wp-block-lazyblock-add-authors {\n      display: inline-block;\n    }\n    \n    .wp-block-lazyblock-add-authors .authorNames {\n      padding-bottom: 0;\n      color: #F3A6A0;\n    }\n    \n    .wp-block-lazyblock-add-authors .authorNames a {\n      color: #F3A6A0;\n    }\n\n    @media (max-width: 768px) {\n        #fullpage {\n            margin-top: 180px;\n            margin-bottom: 65px;\n        }\n\n        .horizontal-scrolling.firstBlock {\n            border-top: 1px solid black;\n            padding-top: 50px;\n            margin-top: 10px;\n        }\n\n        .illustration {\n            width: 100%;\n        }\n\n        p.bigger {\n            font-size: 1rem;\n            line-height: 1.3rem;\n        }\n\n        .fp-slidesNav.bottom {\n            bottom: 60px;\n        }\n\n        h1 {\n            font-size: 1.5rem;\n        }\n\n        h3 {\n            font-size: 1.2rem;\n        }\n    }\n<\/style>\n\n\n<div id=\"fullpage\">\n    <section class=\"vertical-scrolling title-illu\" data-anchor=\"firstSlide\">\n              <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/wp-content\/uploads\/HeaderFlieder-800-min.png\" alt=\"\">\n          <\/section>\n    <section class=\"vertical-scrolling\" data-anchor=\"secondSlide\">\n        <div class=\"row\">\n            <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4 pr-4\">\n                <h1>Wie werde ich politisch?<\/h1>\n                <h6>Texte: \n<div class=\"lazyblock-add-authors-Z1VFu9v wp-block-lazyblock-add-authors\"><div class=\"authorNames\">\n  <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Lara-Weins\">Lara Weins<\/a>, <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Amuna-Schmid\">Amuna Schmid<\/a>, <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/David-Reich\">David Reich<\/a>, <!-- second author area -->\n  <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Charlotte-Decaille\">Charlotte Decaille<\/a> <\/div><\/div>\n<\/h6>\n                <h6>Illustration: <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Rosa-Viktoria-Ahlers\">Rosa Viktoria Ahlers<\/a>                <\/h6>\n                <h6>Prolog: <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Francesca-Romana-Audretsch\">Francesca Romana Audretsch<\/a>,                             <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Alexandra-Zenleser\">Alexandra Zenleser<\/a>                <\/h6>\n                <h6>Redaktion: <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Francesca-Romana-Audretsch\">Francesca Romana Audretsch<\/a>,                                   <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Alexandra-Zenleser\">Alexandra Zenleser<\/a>                <\/h6>\n            <\/div>\n        <\/div>\n    <\/section>\n    <section class=\"vertical-scrolling\" data-anchor=\"thirdSlide\">\n        <div class=\"row prolog\">\n            <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                <p class=\"bigger\">\n                  <p>Das ganze Leben ist irgendwie politisch. Von der Musik, die wir h\u00f6ren, \u00fcber die Kleidung, die wir tragen oder die Worte, die wir w\u00e4hlen, wenn wir miteinander sprechen. Es ist eine Herausforderung, jeden Tag seinen Mitmenschen ohne Vorurteile zu begegnen. Eine Allianz durch Vertrauen und Verst\u00e4ndnis zu bilden braucht Zeit und muss erst ge\u00fcbt werden. Wir nehmen Haltungen ein, teilen unsere Meinung mit und f\u00fchlen uns Gruppen zugeh\u00f6rig, die gleiche Werte und Ansichten vertreten. Das eigene \u201epolitische Ich\u201c befindet sich im stetigen Wachstum und entwickelt sich immer weiter, mal bewusster und mal unbewusster. Aber ab welchem Punkt f\u00e4ngt der politische Aktivismus an?<\/p>\n<p>Ein Bewusstsein zu schaffen, welche Rolle\u00a0wir in der Gesellschaft durch die eigene Sozialisierung einnehmen und wo wir uns selber verorten m\u00f6chten, ist ein erster Schritt. Hier f\u00e4ngt das \u201epolitische Ich\u201c an in uns zu arbeiten.\u00a0Zum einen versuchen wir uns aus Haltungen, \u00c4u\u00dferungen und Zugeh\u00f6rigkeiten bewusster zu formen und zu gestalten. Zum anderen k\u00f6nnen wir dann aus unserer eigenen gesellschaftlichen Bubble austreten und unsere Stimme f\u00fcr andere Menschen einsetzen. Diese Stimme zu finden ist nicht immer einfach, da es gerade im politischen Umfeld an Wissen bedarf. Voraussetzung sind Willenskraft, Hingabe und Flei\u00df. Die Form des Aktivismus bleibt dabei offen. Wir gr\u00fcnden Organisationen, engagieren uns in Ehren\u00e4mtern oder der eigenen Nachbarschaft, versammeln uns online oder zu tausenden auf der Stra\u00dfe. Jedes politische Engagement braucht das Demonstrieren, Unterst\u00fctzen, Widersprechen und Aufmerksamkeit schaffen. Wie unsere G\u00e4ste politisch (geworden) sind und sich mit ihrem eigenen \u201epolitischen Ich\u201c auseinandersetzen, erz\u00e4hlen sie uns in dieser Ausgabe von Views.<\/p>                <\/p>\n            <\/div>\n        <\/div>\n    <\/section>\n    <section class=\"vertical-scrolling\" data-anchor=\"fourthSlide\">\n        <div class=\"horizontal-scrolling firstBlock text-center\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-4 text-center\">\n                                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/wp-content\/uploads\/ErinnernFlieder-350.png\" alt=\"\">\n                                  <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-8 d-flex flex-column align-items-center justify-content-center\">\n                    <h3>I. Lara&#8217;s View<\/h3>\n                    <br>\n                    <a class=\"d-none d-sm-none d-md-block\" href=\"#fourthSection\/1\"><p>LESEN <i class=\"fas fa-long-arrow-alt-right\"><\/i><\/p><\/a>\n                <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-2\">\n                    <h1>Zum ersten Jahrestag des rassistischen Anschlags in Hanau las ich immer wieder \u201eErinnern hei\u00dft ver\u00e4ndern\u201c.<\/h1>\n                <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <h3>So k\u00f6nnte auch die \u00dcberschrift dieses Textes lauten.<\/h3>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Als ich als kleines Kind mit meiner Mama an einer Gedenkst\u00e4tte an einem der Str\u00e4nde von Nordfrankreich stand und sie mir erkl\u00e4rte, wo wir sind und welche Bedeutung dieser Ort hat, konnte ich nicht aufh\u00f6ren zu weinen und zu sagen, dass ich keine Deutsche sein will. Ich begann mir verschiedene Sprachen auszudenken, die ich vor mich hin brabbelte, wenn wir im Urlaub waren. Mein Ziel war, dass niemand h\u00f6ren sollte, dass ich Deutsche bin.\u00a0<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n                  <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Eines der ersten B\u00fccher, das ich alleine las, war schlie\u00dflich das Tagebuch der Anne Frank. Und je mehr ich mich mit der Geschichte meines Geburtslandes besch\u00e4ftigte, vertiefte sich in mir das Gef\u00fchl von Scham. Scham als Folge von Schuld. Auch heute sch\u00e4me ich mich in nicht wenigen Situationen. Doch ich habe mittlerweile verstanden, dass ich mich dadurch nicht l\u00e4hmen lassen sollte, sondern ich dieses Gef\u00fchl f\u00fcr etwas einsetzen und nutzen kann. Und diese Erkenntnis allein ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Schritte, um politisch zu werden. Zu merken, dass nicht alles so bleiben muss, wie es ist. Die eigenen Privilegien zu erkennen ist ein wichtiger Anfang, um damit zu arbeiten. Meine Bachelorarbeit umfasste beispielsweise eine fotografische Untersuchung von der sogenannten \u201ekulturellen Identit\u00e4t\u201c und Integration in Deutschland. Vor ein paar Wochen gr\u00fcndete ich zudem, gemeinsam mit weiteren Kommiliton:innen einen Arbeitskreis f\u00fcr diskriminierungsfreie Lehre an meiner Hochschule, um endlich tiefgreifend gegen strukturellen Rassismus, ebenso wie gegen jegliche andere Form der Diskriminierung an einer \u00f6ffentlichen Institution vorzugehen.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Und unter anderem begann ich mich vor ein paar Monaten intensiver mit meiner eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Dabei stellte ich fest, dass einer meiner Uropas Parteimitglied der NSDAP war. Welche Position genau er in der Partei hatte konnte ich bisher leider noch nicht herausfinden. Ich wei\u00df lediglich, dass er kein Soldat, sondern in der Buchhaltung t\u00e4tig war. Er war nie in Kriegsgefangenschaft oder musste sonst irgendwelche Konsequenzen f\u00fcr seine Mitarbeit im Zweiten Weltkrieg erfahren.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">In Deutschland wird uns immer wieder von verschiedenen Seiten zugesichert, sei es von Politiker:innen oder den Medien, dass die NS-Zeit ausreichend aufgearbeitet worden sei. Dass dies jedoch nicht der Wahrheit entspricht, zeigten zuletzt sehr deutlich die K\u00fcnstler:innen <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Moshtari Hilal und Sinthujan Varatharajah. Sie etablierten hierzu die Begrifflichkeit \u201eMenschen mit Nazihintergrund\u201c und allein die dadurch ausgel\u00f6ste mediale Debatte ist eine erneute Best\u00e4tigung f\u00fcr die dringende Notwendigkeit einer kontinuierlichen Konfrontation mit unserer Geschichte. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Viele Menschen mit Nazihintergrund sehen zwar keinen Anlass f\u00fcr eine vertiefende, tats\u00e4chliche Aufarbeitung des bestehenden Volkstraumas. Auch weil viele Personen nach wie vor enorm von den Positionen ihrer Vorfahren profitieren, sei es finanziell oder schlichtweg dadurch, dass Menschen mit Nazihintergrund in der Regel nicht von strukturellem Rassismus betroffen sind. Ganz davon freimachen kann sich jedoch niemand. Es ist gibt immer mehr Belege daf\u00fcr, dass sich Erfahrungen, Traumata und auch Ideologien \u00fcber die DNS auf die n\u00e4chste Generation \u00fcbertragen k\u00f6nnen. Dieses Ph\u00e4nomen nennt man transgenerationale Weitergabe. Dadurch k\u00f6nnen Symptome entwickelt werden, als h\u00e4tten das Kind oder die nachfolgende Generation das Trauma selbst erlebt. Welche gro\u00dfe Bedeutung und Folge dies f\u00fcr Deutschland hat, zeigen nicht nur die steigende Zahl der psychischen Erkrankungen oder das zunehmende Wachstum der AfD.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr mich steht fest, dass eine Vermeidungshaltung nicht die L\u00f6sung ist und nicht weiter sein darf. Doch ich bin nur eine von vielen. Wir alle m\u00fcssen uns erinnern, uns auch vermeintlich unbewussten Scham- und Schuldgef\u00fchlen stellen, uns mit der Vergangenheit und Geschichte unseres Landes und insbesondere unserer eigenen Familien auseinandersetzen, um politisch zu werden und etwas zu ver\u00e4ndern.\u00a0<\/span><\/p><\/p>\n                    <br>\n                    <p>Text: \n                      <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Lara-Weins\">Lara Weins<\/a>                    <\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n                        <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-9 offset-md-2\">\n                    <div class=\"waveSurfer text-center\">\n                        <div id=\"waveformFirst\"><\/div>\n                        <button class=\"btn btn-dark\" onclick=\"wavesurferFirst.playPause()\">\n                            <i class=\"fa fa-play\"><\/i>\n                            Play\n                            \/\n                            <i class=\"fa fa-pause\"><\/i>\n                            Pause\n                        <\/button>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n                    <\/div>\n    <\/section>\n    <section class=\"vertical-scrolling\" data-anchor=\"fifthSlide\">\n        <div class=\"horizontal-scrolling firstBlock text-center\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-4 text-center\">\n                                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/wp-content\/uploads\/SprechenFlieder-350.png\" alt=\"\">\n                                  <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-8 d-flex flex-column align-items-center justify-content-center\">\n                    <h3>II. Charlotte\u00b4s View<\/h3>\n                    <br>\n                    <a class=\"d-none d-sm-none d-md-block\" href=\"#fifthSection\/1\"><p>LESEN <i class=\"fas fa-long-arrow-alt-right\"><\/i><\/p><\/a>\n                <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-2\">\n                    <h1>Mein Schweigen sch\u00fctzt mich nicht mehr<\/h1>\n                <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <h3>Eine Selbstreflexion (und Hommage an Audre Lorde)<\/h3>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Was w\u00e4re, wenn Schweigen keine Option mehr ist? Das war es eigentlich nie, aber was w\u00e4re, wenn ich erkenne, dass Schweigen keine Option mehr f\u00fcr mich ist? \u00dcber uns wird gesprochen, das Mikro wird uns nicht gereicht. Zu emotional, zu laut, zu urteilend. Wir missverstehen, dabei sind wir missverstanden, so sehr, dass unsere Realit\u00e4t vor unseren Augen verschwimmt. Was bedeutet es zu sprechen? Ich meine, wahrhaftig zu sprechen. In Solidarit\u00e4t mit anderen und f\u00fcr mich zu sprechen. Es war Audre Lorde, die sagte: \u201eYour silence will not protect you\u201d. Ihre Worte klingen nach, w\u00e4hrend meine Worte Schlange stehen, D\u00e4umchen drehen, ungeduldig auf meiner Zunge tanzen, denn mein Schweigen sch\u00fctzt mich nicht mehr und deins erst recht nicht.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n                  <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich erinnere mich an den letzten Sommer, als du sagtest, wir lernen zusammen sprechen. Sprechen lernen ist wie Laufen lernen. Holpernd und stolpernd Schatten \u00fcberspringend, denn diese Schatten sind gro\u00df. Doch gro\u00df sind auch wir. Es war das Schweigen, das uns klein hielt. Ein paar blaue Flecken hier und dort, doch der St\u00f6psel ist gezogen. Die Worte flie\u00dfen. Nicht zu hei\u00df, lauwarm spricht es sich am besten und trotzdem zittere ich. Kalt ist mir, pl\u00f6tzlich wieder warm. Ich sehe mich um, suche nach dir, doch ich finde dich nicht. <\/span><\/p>\n<p><br \/><br \/><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich erinnere mich an den Winter, als du sagtest, du seist wirklich politisch. So politisch, dass du nicht sprichst. Kommt dein Schweigen mit besonderen Vorz\u00fcgen, welche meins mir vorenthalten hat? Ich spreche von Allyship und Anti-ismus-Arbeit. Du sprichst von Allyship und schwarzen Quadraten. So gerne w\u00fcrde ich mit dir tauschen, dein Verst\u00e4ndnis klingt so tr\u00fcgerisch einfach, oder einfach nur tr\u00fcgerisch. Quadrate, die dein Schweigen verdecken, die dich verdecken, denn ich suche nach dir, doch ich finde dich nicht.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Was w\u00e4re, wenn Schweigen keine Option mehr ist? Das war es eigentlich nie, aber was w\u00e4re, wenn wir alle erkennen, dass Schweigen keine Option mehr f\u00fcr uns ist? Schweigend haben wir die B\u00fchne betreten, zitternd nach dem Mikro gegriffen und den Worten erlaubt Tango zu tanzen. Und wie sie tanzen. Emotional, laut, urteilend. Wir missverstehen nicht, wenn uns der R\u00fccken gekehrt wird. Zensiert durch mich, zensiert durch dich, dein Augenrollen, das mir die Sprache nahm. Nicht mehr. Es war Audre Lorde, die jede Zensur von sich wies. Ich verlerne, ich lerne, ich h\u00f6re zu, ich spreche, wir sprechen wahrhaftig. Schlie\u00dflich gibt es Solidarit\u00e4t auch als Verb. Du wei\u00dft schon, ein Handlungswort, denn mein Schweigen sch\u00fctzt mich nicht mehr und deins erst recht nicht.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><\/p>\n                    <br>\n                    <p>Text: \n                      <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Charlotte-Decaille\">Charlotte Decaille<\/a>                    <\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n                        <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-9 offset-md-2\">\n                    <div class=\"waveSurfer text-center\">\n                        <div id=\"waveformSecond\"><\/div>\n                        <button class=\"btn btn-dark\" onclick=\"wavesurferSecond.playPause()\">\n                            <i class=\"fa fa-play\"><\/i>\n                            Play\n                            \/\n                            <i class=\"fa fa-pause\"><\/i>\n                            Pause\n                        <\/button>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n                    <\/div>\n    <\/section>\n    <section class=\"vertical-scrolling\" data-anchor=\"sixthSlide\">\n        <div class=\"horizontal-scrolling firstBlock text-center\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-4 text-center\">\n                                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/wp-content\/uploads\/GemeinschaftFlieder-350-min.png\" alt=\"\">\n                                  <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-8 d-flex flex-column align-items-center justify-content-center\">\n                    <h3>III. David\u00b4s View<\/h3>\n                    <br>\n                    <a class=\"d-none d-sm-none d-md-block\" href=\"#sixthSection\/1\"><p>LESEN <i class=\"fas fa-long-arrow-alt-right\"><\/i><\/p><\/a>\n                <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-2\">\n                    <h1>Wie werde ich politisch?<\/h1>\n                <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <h3>\u201eWir m\u00fcssen eben gemeinsam handeln\u201c &#8211;  Rosa Luxemburg<\/h3>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Frage nach dem Politisch-werden besch\u00e4ftigt den Menschen seit Jahrhunderten. Ob in der antiken Agora, welche als politischer Raum des Austauschs diente, oder in der revolution\u00e4ren Pariser Kommune, wo es um demokratische Partizipation und die radikale Transformation der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft ging (1871). Auch heute ist diese brisante und vielschichtige Frage h\u00f6chst relevant, denn in demokratischen Gesellschaften spielt politische Teilhabe eine zentrale Rolle, um sich den fortw\u00e4hrenden Herausforderungen und Widerspr\u00fcchen der Gegenwart zu stellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Meiner Erfahrung nach braucht es neben dem konkreten Handeln und dem Sich-Auflehnen gegen Herrschaftsformen (Kapitalismus, Patriachat, Staat) zun\u00e4chst eine kritische Attit\u00fcde, die sich auf das eigene Bewusstsein und das allt\u00e4gliche Leben bezieht und gewisse Machtstrukturen erkennt und entzaubert. Au\u00dferhalb des Kritik-\u00fcbens gibt es unz\u00e4hlige Aktivit\u00e4ten, die das Politisch-werden untermalen: w\u00e4hlen gehen, plakatieren, demonstrieren, im Plenum diskutieren und in der \u00f6ffentlichen Sph\u00e4re gesamtgesellschaftlich reflektieren und gestalten. Die Effizienz dessen zeigte erst k\u00fcrzlich die erfolgreiche Abschaffung des Abtreibungsverbots in Argentinien, und die Demokratisierung der chilenischen Verfassung (durch eine verfassungs\u00e4ndernde Vollversammlung), welche der diktatorischen \u00c4ra unter Augusto Pinochet entstammt (1973-1990).<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n                  <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich erinnere mich an Etappen meines politischen Daseins, in denen ich zun\u00e4chst nur auf das Mittel der Kritik zur\u00fcckgegriffen habe und dadurch in einen Kreislauf des nimmer endenden Kritisierens schlitterte. Im Zusammenhang mit den Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6men 2015 wurde mir bewusst, dass reines Kritisieren nicht ausreicht. Als Reaktion darauf machte ich dann den ersten konstruktiven und organisierten Schritt zum politischen Handeln. In einer lokalen Organisation, die ankommende Menschen versorgte, meldete ich mich als Freiwilliger. Mein Motto damals: internationalistisch denken und lokal handeln. Das bedeutete f\u00fcr mich mit Menschen in den Diskurs zu gehen, insbesondere dar\u00fcber, dass gewisse Dinge innerhalb unserer westlichen Gesellschaften falsch laufen: Xenophobe und islamophobe Tendenzen (2015 wurden in Deutschland 222 Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte angegriffen) sowie der europ\u00e4ische Schulterschluss mit Despoten (T\u00fcrkei, Libyen, Niger) untermauert durch inhumane Fl\u00fcchtlingsdeals sind nur die Spitze des Eisbergs. Langsam verstand ich, dass die Ungleichheiten und Katastrophen, die durch Kriege und Konflikte ausgel\u00f6st wurden in weiten Teilen auf historische und politische Konflikte zur\u00fcckgehen (das Kolonialerbe und der barbarische Imperialismus). Und ich stellte fest, dass diese Trag\u00f6dien nicht nur theoretisch in den B\u00fcchern, die ich las, existierten, sondern sich um mich herum reell abspielten.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Dabei sah ich mich mit meiner eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Meine Eltern immigrierten in den 1970er Jahren aus Rum\u00e4nien und Israel nach Deutschland und erweckten in mir den Wunsch nach Vielfalt und das Denken an eine Welt ohne Grenzen (denn die Diaspora ist Teil unserer Familienhistorie). Gleichzeitig beobachtete ich bereits w\u00e4hrend des Irakkriegs 2003 die grausame Tragweite politischer Machtspiele. Als Neunj\u00e4hriger konnte ich dies jedoch noch nicht in das Gesamtbild einordnen. Zu diesem Zeitpunkt gingen Millionen Menschen auf die Stra\u00dfe, um gegen den unheilvollen Krieg um Ressourcen und geopolitische Einflussnahme zu protestieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In der Gegenw\u00e4rtigkeit stimme ich mich mit meinem Neunj\u00e4hrigen-Ich \u00fcberein: Es bedarf eines gerechten und friedlichen Umgangs mit Konflikten. Aus diesem Grund sehe ich mich selbst dazu berufen zu handeln und zu rekonstruieren. Ich bin seit Jahren im aktivistischen Kampf aktiv und diskutiere unaufh\u00f6rlich mit meinen Mitstreiter:innen im und au\u00dferhalb des Plenums, was zu tun ist: Wir planen Demonstrationen gegen die Inhaftierung von Whistleblowern, schreiben Pamphlete \u00fcber die sozio-\u00f6kologische Transformation, organisieren Veranstaltungen, die \u00fcber die Missst\u00e4nde in d\u00e4nischen Deportationscamps aufkl\u00e4ren und solidarisieren uns mit anderen K\u00e4mpfen, wie erst k\u00fcrzlich auf einer Anti-Rassismus Demonstration. Dabei versuche ich immer f\u00fcr progressive, demokratische und humanistische Ideen einzustehen, um diese nicht nur lokal, sondern auch transnational zu denken, wie zum Beispiel in der konkreten Form einer Green New Deal Graswurzelbewegung welche ich seit einiger Zeit unterst\u00fctze.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Der kamerunische Philosoph Achille Mbembe sagte etwas sehr Treffendes: <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Das Politische in unserer Zeit muss von dem Imperativ ausgehen, die Welt gemeinsam zu rekonstruieren und die Wunden zu heilen.<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> Politisch zu werden ist demnach auch mit einer Verantwortung und F\u00fcrsorge verbunden, welche sich auf die Gesellschaft, die unterschiedlichsten Wesen, die Natur und das planetarische Miteinander bezieht. Denn wir m\u00fcssen uns dessen bewusst werden, dass wir nur gemeinsam handeln k\u00f6nnen, um gesamtgesellschaftlich etwas zu ver\u00e4ndern. Wir sollen pflegen, regenerieren und teilhaben, um Krisen und Katastrophen gemeinsam zu bew\u00e4ltigen und eine gerechtere und friedlichere Welt zu konstruieren.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><\/p>\n                    <br>\n                    <p>Text: \n                      <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/David-Reich\">David Reich<\/a>                    <\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n                        <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-9 offset-md-2\">\n                    <div class=\"waveSurfer text-center\">\n                        <div id=\"waveformThird\"><\/div>\n                        <button class=\"btn btn-dark\" onclick=\"wavesurferThird.playPause()\">\n                            <i class=\"fa fa-play\"><\/i>\n                            Play\n                            \/\n                            <i class=\"fa fa-pause\"><\/i>\n                            Pause\n                        <\/button>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n                    <\/div>\n    <\/section>\n        <section class=\"vertical-scrolling\" data-anchor=\"seventhSlide\">\n        <div class=\"horizontal-scrolling firstBlock text-center\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-4 text-center\">\n                                        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/wp-content\/uploads\/YogaFlieder-350.png\" alt=\"\">\n                                  <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-8 d-flex flex-column align-items-center justify-content-center\">\n                    <h3>IV. Amuna\u00b4s View<\/h3>\n                    <br>\n                    <a class=\"d-none d-sm-none d-md-block\" href=\"#seventhSection\/1\"><p>LESEN <i class=\"fas fa-long-arrow-alt-right\"><\/i><\/p><\/a>\n                <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-2\">\n                    <h1>Yoga ist politisch<\/h1>\n                <\/div>\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <h3><\/h3>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n        <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Viele fangen an Yoga zu praktizieren, um fitter zu werden, um sich zu entspannen, um sich etwas Gutes zu tun. Wir gehen ins Studio, nehmen auf unserer Matte Platz, die Stunde beginnt, wir \u00fcben verschiedene Haltungen, die Yogastunde ist zu Ende, wir gehen wieder nach Hause. Heute waren wir im Yoga, ein Punkt auf unserer To-Do Liste ist abgehakt. Doch Yoga endet nicht in \u015aav\u0101sana. Ganz im Gegenteil. Die K\u00f6rperhaltungen unterst\u00fctzen uns dabei rauszugehen und Yoga im Alltag zu leben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Yoga bedeutet Einheit, beziehungsweise das Ziel von Yoga ist Einheit und Erleuchtung. Es gibt verschiedene Yogawege, um dieses Ziel zu erreichen. Einer davon ist R\u0101ja Yoga, das k\u00f6nigliche Yoga. Dieser Weg basiert auf dem achtgliedrigen Pfad des indischen Philosophen Pata\u00f1jali. Der dritte Punkt auf diesem Pfad ist \u0100sana, die K\u00f6rperhaltungen, die wir in typischen Yogastunden \u00fcben. Doch der erste Punkt auf diesem Pfad ist Yama. Yamas sind Verhaltensregeln im Umgang mit anderen Lebewesen und der Umwelt. Das bedeutet, als aller erstes geht es darum, wie wir uns anderen gegen\u00fcber aktiv verhalten. Es geht also nicht in erster Linie um uns selbst. Yoga findet also nicht nur auf der eigenen Matte statt, sondern auch im Au\u00dfen, im Alltag, im wahren Leben.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n        <\/div>\n                  <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Der erste Punkt der Yamas, also die erste Verhaltensregel, ist Ahi\u1e43sa.\u00a0Ahi\u1e43sa\u00a0bedeutet Gewaltlosigkeit. Du wirst also dazu aufgefordert\u00a0anderen Lebewesen und der Umwelt keinen Schaden zuzuf\u00fcgen. Weder in Gedanken,\u00a0Worten, noch in Taten. Das beinhaltet\u00a0auch gewaltlos einzugreifen, wenn du Gewalt\u00a0in Worten und Taten \u2013 ausge\u00fcbt durch andere \u2013 beobachtest.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In der Yogaszene setzen sich viele f\u00fcr den Tier- und\/oder Umweltschutz ein. Wir ern\u00e4hren uns zum Beispiel vegetarisch oder vegan, transportieren unsere Eink\u00e4ufe mit Jutebeuteln statt Plastikt\u00fcten und fliegen vielleicht nicht mehr von Frankfurt nach Berlin, sondern nehmen lieber den Zug. Anders ist es bei Rassismus und wenn es darum geht dieses Thema zu diskutieren und aktiv anzugehen. Viele sagen \u201eIch sehe keine Hautfarbe\u201c, \u201eIch mache da keinen Unterschied\u201c, \u201eF\u00fcr mich sind alle Menschen gleich\u201c, \u201eWir sind alle eins\u201c, \u201eIch versp\u00fcre da keinen Handlungsbedarf meinerseits, denn ich bin ja nicht rassistisch\u201c, \u201eIch konzentriere mich lieber auf Positives, denn so ziehe ich Gutes an\u201c. Vielleicht fragst du dich jetzt, wo hier das Problem liegt?<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Wir leben in einer Welt, in der wir aufgrund unserer Hautfarbe, Geschlechts, Sexualit\u00e4t, Religion, K\u00f6rperform und anderen Merkmalen, unterschiedlich behandelt werden. Wenn eine\u00a0<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">wei\u00dfe<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Person und eine Schwarze Person nebeneinander in Stuttgart auf der Stra\u00dfe laufen, erleben sie im selben Moment unterschiedliche Realit\u00e4ten, denn sie sind unterschiedlichen Vorurteilen ausgesetzt. Auf dem Instagram Account @wasihrnichtseht seht ihr die Erlebnisse, die People of Color machen. Eine\u00a0<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">wei\u00dfe<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Person macht diese Erfahrungen nicht und das nur aufgrund der Hautfarbe. Indem du also sagst, du siehst keine Hautfarbe, verschlie\u00dft du die Augen vor der Lebensrealit\u00e4t vieler Schwarzer Menschen. Du ignorierst so das Problem und f\u00f6rderst es sogar, da du nichts dagegen unternimmst. Indem du dich ausschlie\u00dflich auf Positives fokussierst, umgehst du das Negative, schaffst es jedoch nicht aus der Welt. Dieses Verhalten wird Spiritual Bypassing genannt. Das fatale daran ist, dass so das Negative Raum bekommt und sich ausbreiten kann, da es nicht aufgehalten wird. Es ist also essenziell anzuerkennen, dass wir leider noch nicht alle gleich sind, und dass wir aktiv etwas unternehmen m\u00fcssen, um irgendwann alle gleich zu sein. Und dass wir eben auch aktiv etwas tun m\u00fcssen, um das Ziel von Yoga zu erreichen.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                          <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Yoga ist also politisch. Denn ein neutrales Verhalten w\u00fcrde bedeuten sich auf die Seite des Unterdr\u00fcckers zu stellen.\u00a0Ahi\u1e43sa (Gewaltlosigkeit) wird nicht durch Neutralit\u00e4t, sondern durch spirituellen Aktivismus gelebt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wie k\u00f6nnen wir nun Yoga nutzen, um antirassistisch zu sein? Indem wir kraftvolle \u0100sanas, K\u00f6rperhaltungen, \u00fcben, bauen wir nicht nur Muskeln auf, sondern st\u00e4rken auch unseren Geist und unsere mentale Kraft, die wir brauchen, um aktiv zu sein. Durch das achtsame \u00dcben der Asanas und das fokussierte Sitzen in Meditation, schaffen wir nicht nur Bewusstsein auf der Matte, sondern nehmen dieses Bewusstsein mit in den Alltag. Die eigenen Gedanken lernen wir so aufmerksam wahrzunehmen. Dar\u00fcber hinaus nehmen wir auch unsere Umwelt bewusster wahr, wir erkennen Ungerechtigkeit schneller, k\u00f6nnen uns daraufhin tatkr\u00e4ftig einsetzen und Zivilcourage zeigen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Indem wir \u00fcben unsere Herzen weit zu \u00f6ffnen, entwickeln wir Mitgef\u00fchl allen Lebewesen gegen\u00fcber. Ob sie uns optisch \u00e4hnlich\u00a0sind oder nicht. Ein kraftvolles Mantra, das uns dabei helfen kann ist\u00a0Lok\u0101\u1e25 Samast\u0101\u1e25 Sukhino Bhavantu. Die Bedeutung dieses Mantras ist: M\u00f6gen alle Lebewesen gl\u00fccklich und frei sein. Und m\u00f6gen meine Gedanken, Worte und Taten in irgendeiner Form zum Gl\u00fcck und zur Freiheit aller Lebewesen beitragen. Ich m\u00f6chte dich dazu ermutigen, dieses Mantra nicht nur in Yogastunden wahrzunehmen, sondern von der Matte mit in deinen Alltag zu nehmen und es zu leben, sodass wir irgendwann Einheit, das Ziel von Yoga, erreichen.<\/span><\/p><\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n          <\/div>\n                <div class=\"horizontal-scrolling\">\n            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-7 offset-md-4\">\n                    <p><\/p>\n                    <br>\n                    <p>Text: \n                      <a href=\"https:\/\/guestbook-magazine.eu\/en\/author\/Amuna-Schmid\">Amuna Schmid<\/a>                    <\/p>\n                <\/div>\n            <\/div>\n           \t            <div class=\"row\">\n                <div class=\"col-12 col-md-9 offset-md-2\">\n                    <div class=\"waveSurfer text-center\">\n                        <div id=\"waveformFourth\"><\/div>\n                        <button class=\"btn 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